Lawinenunfälle in Österreich im Winter 2001/02
von Mag. Raimund Mayr Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Unfallstatistik 2001/02 nur unwesentlich verändert. Es gibt aber Unfälle, wie am 20. September 2001 oder am 3. März 2002, die bei ungünstigerem Verlauf in einer großen Katastrophe enden hätten können. Beim Unfall in März wurde wieder offensichtlich, dass ein LVS Gerät keine Lebensversicherung darstellt. Aber auch der Airbag garantiert nicht das Überleben in der Lawine. Der Unfall am 1.März 2002 in Ischgl zeigt jedoch, dass bei richtiger Verwendung des Airbags die Chance auf Überleben beträchtlich steigt.
Das Kapitel ?Dachlawinen? wird im ersten Moment eher ein Lächeln hervorrufen. Im vergangenen Winter kam es leider auch zu einem tödlichen Unfall, der sich am 22. Jänner 2002 in der oberösterreichischen Gemeinde Spital a. P. ereignete. Grundlage dieser Zusammenstellung sind Unfallprotokolle des Bundesministeriums für Inneres und des Österreichischen Bergrettungsdienstes. Für ihre Mitarbeit möchte ich mich herzlich bedanken.
In der von der IKAR (Internationale Kommission für alpines Rettungswesen) zusammengestellten Statistik (siehe Grafik "Lawinenunfälle 2001/02 nach Unfallart") werden die Lawinentoten der Alpenländer zusammengefasst. Von den Seealpen über die Schweiz bis nach Slowenien sterben im langjährigen Durchschnitt jedes Jahr über 100 Menschen in Lawinen. Jedes Jahr sterben erfahrene Alpinisten oder Gäste in geführten Gruppen. Der österreichische Anteil an der Alpenstatistik ist annähernd gleich groß wie der Anteil der Schweiz. Innerhalb Österreichs nimmt Tirol mit über 50 Prozent der tödlichen Lawinenunfälle die Spitzenposition ein. Das Kuratorium für alpine Sicherheit möchte erneut an alle Verantwortlichen den Appell richten, nach dem Motto ?Sicherheit vor Steilheit? Skitouren zu unternehmen. |