österreichisches kuratorium für alpine sicherheit
Lawinenunfälle in Österreich im Winter 2000/01

von Mag. Raimund Mayr

Der kommende Winter hat sich bereits mit massiven Schneefällen und den ersten Lawinenunfällen angekündigt. Bei einer Bergtour in der Großglocknergruppe wurden 13 Bergsteiger von einer Lawine erfasst. Es gab zum Glück nur drei Verletzte und keine Toten. In der Statistik 2000/01 (siehe Grafik "Lawinenunfälle 2000/01") wurden 70  bearbeitet. Als Grundlage dienten auch heuer wieder die Unfallerhebungen des Bundesministeriums für Inneres und des Österreichischen Bergrettungsdienstes, wofür ich mich herzlich bedanken möchte.

Die Statistik führt uns wieder vor Augen, dass Lawinengefahr Todesgefahr bedeutet. Beinahe jeder Vierte der von der Lawine Erfassten wird nur noch tot geborgen. Die Zahl der Verletzten liegt nur unwesentlich höher als die der Toten. Bei der Dunkelziffer kann man wahrscheinlich nochmals von derselben Unfallzahl ausgehen. Wie in den Vorjahren ereignete sich der Großteil der Unfälle in Tirol. Über 75 % der Toten sind allein in Tirol zu beklagen. Da annähernd jeder zweite der Unfallbeteiligten von der Lawine erfasst wurde, grenzt es teilweise an eine günstige Fügung, dass nicht mehr passierte. In der Statistik ist auch ein Unfall aufgenommen worden, der sich im Grenzbereich Tirol-Schweiz ereignet hatte. Die Gruppe verirrte sich wegen Nebels und löste beim Rückweg nach Tirol ein Schneebrett aus.

Im vergangenen Winter nahmen einige Unfälle glücklicher Weise einen guten Verlauf (siehe Grafik "Verteilung der Lawinenunfälle 2000/01 nach Unfallart"). Am 21.2.2001 entging eine 17 köpfige Gruppe einer Katastrophe. Auch eine große Gruppe aus Snowboardern und Skifahrern hatten bei ihrer leichtsinnigen Befahrung einer gesperrten Skiroute und bei dem von ihnen verursachten Lawinenunfall viel Glück. Die Unfälle im Skitourengelände schlagen sich auch heuer wieder in der Statistik schwer nieder. Es folgen die Unfälle im Variantengelände. Nicht zu übersehen sind auch die 9 Ereignisse auf offenen Pisten. Sehr selten kommt es vor, dass ein Kletterer von einer Lawine zum Absturz gebracht wird. Heuer konnte der Erfasste von seinem Seilpartner gehalten werden. Sie seilten sich wieder zum Wandfuß ab.

Die Unfälle auf offenen Pisten und Straßen zeigt erneut die großen Probleme für die örtlichen Lawinenkommissionen auf. Der zeitliche Aufwand und die ständige Erreichbarkeit bedeuten oft große Schwierigkeiten für die meist ehrenamtlichen Kommissionsmitglieder. Auch im vergangenen Winter war das Handy eine wichtige Hilfe bei der raschen Unfallmeldung.