österreichisches kuratorium für alpine sicherheit
Lawinenunfälle in Österreich im Winter 1999/2000

von Mag. Raimund Mayr

Leider blieb Österreich auch im Winter 1999/2000 nicht vor größeren Lawinenunfällen verschont. Besonders die Ereignisse von der Jamtalhütte und dem Schmiedingerkogel, bei denen insgesamt 21 Personen ums Leben gekommen sind, belasten die Statistik.

Glaubte man vor einem Jahr an einen Jahrhundertwinter, wurde dieser heuer in den schneereichen Regionen entlang der Alpennordseite wieder erreicht und gebietsweise übertroffen. Es gab daher besonders in Vorarlberg und Tirol viele Schadenslawinen. Auch die vom Bundesministerium für Inneres und der Österreichischen Bergrettung erfassten Lawinenereignisse entfielen größtenteils auf die genannten Bundesländer.

Der Variantenbereich weist im Winter 1999/2000 am meisten Unfälle auf, wobei sich die Skifahrer und Snowboarder als Verursacher die Waage halten. Es folgen Unfälle im Skitourengelände. Sehr nachdenklich stimmt der Vergleich der Erfassten mit den Verletzten und Toten. Annähernd ein Drittel aller erfassten Personen starb an den Folgen des Lawinenunglücks. Die Frage nach der Effizienz von Lawinensuchgeräten wird daher immer wieder zu stellen sein. Dem Handy kommt als Unfallmeldesystem immer mehr Bedeutung zu.

Zwei Unfälle sind wegen der Verschüttungsdauer zu erwähnen. Beide ereigneten sich am 23. Jänner 2000. In Schoppernau überlebte ein Snowboarder eine Verschüttungsdauer von 20 Stunden und Verschüttungstiefe von 2,2m mit einer Körperkerntemperatur von 24,5° C. In Ellmau konnte ein 16jähriger Snowboarder nach 3 Stunden aus 80cm Tiefe mit einer Körperkerntemperatur von 27° C bewußtlos, aber lebend geborgen werden.

Abschließend möchte ich noch das Thema Lageberichte der Lawinenwarndienste aufgreifen. Die Unfälle im heurigen Winter zeigen erneut auf, dass eine brauchbare Gefahrenbeurteilung für eine größere Region derzeit noch unzureichend ist. Damit fällt ein vermeintlich gutes Hilfsmittel für eine örtliche Entscheidung weitgehend aus.