österreichisches kuratorium für alpine sicherheit

Lawinenunfälle in Österreich im Winter 1995/96

von Dr. Helmut Bauer

Die wesentliche Grundlage für den vorliegenden Bericht bildeten die in den Medien erschienenen, vom Verfasser mühevoll gesammelten Unfallmeldungen. Diese wurden in vielen Fällen durch schriftliche Meldungen der an den Sucheinsätzen beteiligt gewesenen Lawinenhundeführer des Österreichischen Bergrettungsdienstes sowie aufgrund telefonischer Anfragen durch Schilderungen der mit den Unfallerhebungen betraut gewesenen Exekutivbeamten - bei Wahrung des Datenschutzes - ergänzt.

Dem aufmerksamen Leser wird es sicherlich nicht entgangen sein, daß der Verfasser in der Einleitung des Berichtes über das Lawinenunfallgeschehen im Winter 1993/94, nachdem seitens des Bundesministeriums für Inneres das endgültige AUS bezüglich der Übermittlung der Unfallmeldungen erfolgt ist, mitgeteilt hat, mit der Lawinenstatistik Schluß zu machen. Letztlich wurde dieser Gedanke u.a. deshalb fallen gelassen, weil es sehr schade gewesen wäre, die von Albert Gayl begonnene Arbeit nicht mehr fortzusetzen.

Was die Berichte über die Lawinenunfälle des letztvergangenen Winters betrifft, so war es durch Ergänzungen und Korrekturen vieler Zeitungsberichte möglich, ein wahrheitsgetreues Bild des Unfallgeschehens zu erhalten. Aufgrund der "Wahrheitsfindung" erscheint dem Verfasser seine Arbeit wieder sinnvoller. Allerdings, die Schilderung des Unfallherganges in der Ausführlichkeit, wie sie in den Gendarmerieberichten vorgekommen ist, wird es in Hinkunft nicht mehr geben. Kann sein, daß dadurch prophylaktisch wichtige Details leider nicht bekannt werden.

Auf die Schilderung des Witterungsablaufes in Österreich wurde aufgrund der Länge des vorliegenden Berichtes verzichtet. Bezüglich der Lawinenaktivitäten sei auf den 18. Februar 1996 hingewiesen. An diesem Tag haben sich in Österreich 24 Lawinenunfälle ereignet, davon allein 11 in Tirol. Die erhebliche Lawinengefahr war zurückzuführen auf den durch die tiefen Temperaturen und die geringen Niederschlagsmengen (Schwimmschneebildung) hervorgerufenen schlechten Schneedeckenaufbau, stellenweise noch dadurch verstärkt, daß der Neuschnee auf einer verharschten Altschneedecke abgelagert wurde.