österreichisches kuratorium für alpine sicherheit

Fallbeispiele aus dem Unfallgeschehen 2003

zusammengestellt von Franz Sladek

  • Feiern.
    Zwei Wintersportler kehrten am 24. Jänner 2003 im Vorarlberger Schigebiet/Schafberg nach Betriebsschluss der Bergbahnen nicht in ihre Unterkunft zurück. Besorgte Freunde alarmierten die Bergrettung. Eine großangelegte Suchaktion im Schafberggebiet, an der sich 4 Alpingendarmen und 30 Bergrettungsleute mit 3 Suchhunden beteiligten, blieb erfolglos. Kurz nach Mitternacht trafen die beiden „Abgängigen“ unverletzt - jedoch ziemlich betrunken - in ihrer Unterkunft ein. Beide hatten eine feucht-fröhliche Feier in einem Ferienhaus hinter sich. Hoffentlich lehrt ihnen die Kostenrechnung des Einsatzes für die Zukunft ein vernünftigeres und verantwortungsbewussteres Handeln.
  • Herzversagen.
    Der 42-jährige Anton R. griff sich während seines Langlauf-Trips auf der „Sauwald-Loipe“ / OÖ plötzlich an die Brust und brach im Schnee tot zusammen.Todesursache: Herzversagen. Diese Todesart ist auf den Langlaufloipen öfters zu beobachten. Hier ist sie besonders tragisch: R. war sehr sportlich, Nichtraucher und trank kaum einen Tropfen Alkohol.
  • Rodeln.
    Auch die Rodelunfälle nehmen rasant zu. Ein 16-jähriger legte sich bäuchlings auf seine Plastikrodel (gebaut wie eine große Waschschüssel) und raste mit dem Kopf voran auf einer Forststraße Richtung Tal. Schon Sekunden nach dem Start verlor er die Kontrolle über sein Sportgerät und prallte frontal gegen einen Baum. Er wurde noch in die Innsbrucker Klinik gebracht, verstarb jedoch an den erlittenen Kopfverletzungen.
  • Jagdeifer.
    Drei Vorarlberger Jäger waren im Raum Fontanella-Faschina mit einem Schidoo aufgebrochen, um einen Schneehasen zu erlegen. Als sie einen Hasen erspähten, mussten jedoch auf einem Güterweg ihren motorisierten Untersatz wenden und kamen - getrieben vor lauter Jagdeifer - von der Waldfahrbahn ab. Sie stürzten ca. 30 Meter weit in den Wald. Erst Latschen und eine große Fichte bremsten ihren Fall.Tourengeher hörten die verzweifelten Hilferufe, leisteten Erste Hilfe und verständigten die Bergrettung. Einer der Grünröcke wurde so schwer verletzt, dass ihn die Bergrettung mühsam aus dem Wald bergen musste.
  • Liftstütze.
    Am 12. Jänner 2003 wollte Andreas (39 Jahre alt) auf der WISBI („Wie schnell bin ich“) - Strecke seine Rennzeit messen. Kurz vor dem Ziel öffnete sich die Bindung eines Skis und der Mann prallte so unglücklich gegen eine Liftstütze, dass ihm in Kniehöhe das linke Bein abgetrennt wurde. Andreas verlor an der Unfallstelle etwa vier Liter Blut und überlebte den Unfall nur um Haaresbreite.
  • Räuber.
    Am Kitzsteinhorn wurde ein holländischer Urlaubsgast von drei Räubern um sein Handy erleichtert. Die Räuber schwangen vor dem Skiurlauber ab und riefen „Sofort das Handy her“. Gleichzeitig versetzten sie ihrem Opfer mehrere Schläge gegen die Rippen.Völlig eingeschüchtert gab der Tourist sein Mobiltelefon her. Nachforschungen der Gendarmerie blieben ergebnislos.
  • Ertrunken.
    Eine 23-jährige Urlauberin fuhr mit ihren Schiern im freien Gelände. Sie geriet dabei in die Falschbachklamm (Gerlos/Tirol) und rutschte über eine Felsstufe. Anschließend stürzte sie in ein Wasserloch. Sie konnte sich aus dem Wasserloch nicht selbst befreien und ertrank.
  • Sprünge über Geländekanten.
    Am 26. Jänner 2003 sprang ein 16-jähriger über eine Geländekuppe und prallte gegen den 6-jährigen slowenischen Knaben, der unterhalb der Geländekante auf seine Eltern wartete. Dieser erlitt trotz eines Sturzhelmes massive Schädelverletzungen (Schädelbruch) mit Gehirnlähmung und verstarb drei Tage später im Spital an den Folgen dieses Zusammenpralls. Nachtrag: Im Juni wurde der 16-jährige vom Landesgericht Klagenfurt wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Umständen zu einer drei Monate bedingten Haftstrafe verurteilt.
  • Spaltensturz.
    Vier Urlauber aus Tschechien missachteten die Absperrungen und fuhren am Samstag den 29. März 2003 gegen 11.45 Uhr im Bereich Olperer in rund 3200 Meter Seehöhe in den freien Skiraum ein. Der Chef der Gletscherbahnen rief den Schifahrern noch zu, umzukehren. Drei fuhren weiter und stürzten ca. 40 Meter tief in eine Gletscherspalte. Sofort wurde eine großangelegte Rettungsaktion gestartet. Der Hubschrauber Alpin 5 flog über 30 Bergretter an die Unfallstelle. Der Notarzt Dr. Hermann Neun wurde in die Spalte abgeseilt, aber er kam zu spät. Alle drei Personen waren schon tot.
  • Absturz.
    P. (22 Jahre alt) fuhr am 20.12.2003 im Bereich der Fernaumauer/Stubaier Gletscher mit seinem Snowboard in den freien Schiraum ein, geriet in felsiges Gelände und zog sich sein Board ab. Bei dem Versuch, mit den Softboots abzuklettern, verlor er den Halt und stürzte ca. 40 Meter über felsiges Gelände ab. Er erlitt schwere Verletzungen (Schädelhirntrauma, Schädelfraktur, Hirnödem sowie Lungenkontusionen) und wurde mit dem Hubschrauber in das Spital geflogen.
  • Babylift.
    Ein 5-Jähriger hatte sich im Skigebiet Hochjoch unbeaufsichtigt auf das Förderband eines Babyliftes gestellt. Plötzlich setzte sich die Gummimatte in Bewegung und der Bub kam zu Sturz, dabei verfing sich seine Jacke bzw. deren Kordel in der seitlichen Sicherheitsabdeckung. Das fahrende Band zog das Kind immer weiter und es wurde dabei stranguliert bzw. wurde bewusstlos. Notärzte konnte den Knaben noch wiederbeleben, doch er verstarb später im Krankenhaus Feldkirch. Untersuchungen nach dem Tod des Buben ergaben, dass für das Förderband keine behördliche Genehmigung vorhanden war.
  • Babylift.
    Ein ähnlicher Unfall, aber mit guten Ausgang, ereignete sich am 28.12.2003 auf der Kleinliftanlage Lärchenhof/Kirchdorf in Tirol. Die 7-jährige A. fuhr mit dem Kleinschlepplift bergwärts, als sich ihr schulterlanges, offen getragenes Haar um das Förderseil wickelte. Als sie an der Bergstation den Lift verlassen wollte, blieb sie mit den Haaren im Förderseil hängen. Die eingebaute Teleskop Überfahrsicherung am Lift stellte diesen vorschriftsmäßig ab. Das Mädchen konnte in der Folge vom Liftpersonal – im wahrsten Sinne des Wortes, hier musste sie Haare lassen – aus ihrer misslichen Lage befreit werden.
  • Erstickt.
    Ein 23-jähriger deutscher Snowboarder starb in Februar 2003 im Raum Obergurgl einen qualvollen Tod. Ein von ihm selbst losgetretenes Schneebrett riss ihn in die Tiefe. Bei diesem Abgang - ca. 40 Meter - verhängte sich die Kleidung des Urlaubers an einem Felsvorsprung und wurden ihm dabei über den Kopf gezogen. Durch das Gewicht des Hängenden zog sich die Kleidung (incl. Pullover und Leibchen) um den Hals des Mannes derart fest zu, sodass dieser hilflos erstickte. Obwohl Schilehrer sofort in die steile Schlucht zu dem Verunglückten abstiegen und ihn aus der fatalen Lage befreiten, kam jede Hilfe zu spät.
  • Schneebiwak.
    Gute Ausrüstung kann Leben retten. Peter P. und sein Freund Klaus D. unternahmen am 1. Februar 2003 von der Tauplitzalm eine Schitour ins Tote Gebirge. Gegen 16.00 Uhr kam ein Schneesturm auf. Die beiden gruben sich ein Schneeloch und verbrachten die Nacht zum Sonntag darin. Sie waren gut ausgerüstet, hatten Handys und ein Navigationsgerät mit. Am Sonntag versuchten sie vergebens, den Rückmarsch anzutreten, doch das Wetter lies dies nicht zu. Sie mussten auch Sonntag auf Montag im Schneeloch verbringen. Sie hatten einen Kocher mit und wärmten sich daran bzw. genossen Fertigsuppen. Mit ihrem Handy riefen sie um Hilfe. Am Montag Nachmittag konnte der Hubschrauber des BMI wetterbedingt endlich starten und die beiden unverletzt bergen.
  • Allein.
    Am 3. Februar 2003 fuhr Matthias (9 Jahre alt) im Raum Maria Alm kurz vor Betriebsschluss noch mit der neuen 8-er Gondelbahn hoch. Zur Abfahrt wählte er nicht die Familienpiste sondern wollte durch den Wald abfahren. Dabei kam er zu Sturz und brach sich den linken Oberschenkel.Trotz der Schmerzen wartete er nicht auf Hilfe, sondern er begann, selbst durch den Tiefschnee zu der ca. 400 m entfernten Jausenstation „Postalm“ zu robben. Gegen 18.30 Uhr hörte der Koch seine Hilferufe. Er holte den Buben in die warme Hütte und verständigte seine Eltern, die zwischenzeitlich eine Suchaktion gestartet hatten. Der Knabe war leicht unterkühlt und wurde sofort ins Krankenhaus Zell am See gebracht, wo noch in der Nacht sein komplizierter Bruch operiert wurde.
  • Pistenrowdy.
    Ein 20-jähriger Snowboarder und ein 72-jähriger Schifahrer waren im Schigebiet Hochjoch/Vorarlberg auf der Piste zusammengestoßen. Beide kamen dabei zu Sturz, blieben aber unverletzt. Der Pensionist regte sich über den Pistenrowdy derart auf, dass er während des Streites ein Herzversagen erlitt und zusammenbrach. Ein zufällig anwesender Arzt und eine Krankenschwester konnten den Hobbysportler aus Deutschland reanimieren.
  • Pistenrowdy.
    Weil ihm ein Snowboarder auf der Piste im Raum Schruns/Vorarlberg in die Quere kam, beschimpfte ein 52-jähriger deutscher Urlaubsgast den Boarder auf das Wüsteste. Die Schimpferei schaukelte den Deutschen so auf, dass er plötzlich mit der Faust seinen Kontrahenten mitten ins Gesicht schlug. Dieser erlitt durch die Attacke eine Wunde an der Lippe und verlor einen Zahn. Dann raste der Schläger davon. Doch aufmerksame Wintersportler alarmierten sofort die Liftwarte und diese stoppten den rabiaten Pistenfreund auf einem Sessellift. Somit konnte dieser zur Anzeige gebracht werden.
  • Raupenrowdy.
    Eine 67-jährige deutsche Urlauberin ging am 25.2.2004 auf dem markierten Wanderweg im Fimbertal/Raum Ischgl spazieren. Ihr kam eine Pistenraupe entgegen, die ein Bergrestaurant belieferte. Da der Fahrer die Geschwindigkeit seines Fahrzeuges nicht drosselte, musste der Urlaubsgast über den Wegrand in den Wald hineinspringen. Dabei stürzte sie über ein steiles Waldstück ab und verletzte sich (Stichwunde am Hals, Prellungen an der Schulter, der Hand und Abschürfungen am Gesichtsschädel). Der Fahrer der Pistenmaschine fuhr ohne anzuhalten weiter. Er konnte von der Gendarmerie ausgeforscht und zur Anzeige gebracht werden.
  • Fahrerflucht.
    Bei einer Kollision auf der Osthangeinfahrt, St. Anton a. Arlberg, kam einer der Beteiligten so zu Sturz, dass er bewusstlos auf der Piste liegen blieb (er musste mit schweren Kopfverletzungen in die Klinik Innsbruck geflogen werden). Sein Kontrahent, ein 40-jähriger Holländer, gab den Begleitern des Gestürzten falsche Personaldaten bekannt und setzte seine Fahrt fort. Am nächsten Tag wurde der „Pistenflüchtling“ jedoch wiedererkannt und zur Anzeige gebracht.
  • Handypeilung.
    So hilfreich können Handys sein: Anfang Juni stürzte eine Frau auf einem Berg bei St. Jakob am Thurn/Salzburg ab. Mittels Handy setzte sie einen Notruf ab, konnte jedoch lediglich ihren Familiennamen angeben und dass sie irgendwo in einem Wald liegt. Die Gendarmerie ermittelte die Adresse und eine Handypeilung der Telekom führte die Einsatzkräfte letztendlich zur Unfallstelle.
  • Verliebt.
    Bei frühlingshaften Temperaturen und nur mit Laufschuhen,T-Shirts und dünnen Hosen bekleidet, machte sich ein 34-jähriger Deutscher mit seiner 30-jährigen Wiener Freundin Ende März 2003 zu einer Tour auf die Rax/NÖ (Alpenvereinssteig) auf. Anfangs kamen beide im Firn noch gut voran, doch dann versanken sie immer tiefer und letztendlich kamen sie auf eine Eisschicht, die für die beiden Alpinisten unüberwindbar war.Völlig durchnässt allarmierte das Turnschuhpärchen per Handy die Gendarmerie. Mittels Hubschrauber konnten sie gerettet werden. Die Nacht hätten sie wahrscheinlich im Freien nicht überlebt.
  • Steinlawine.
    Eine fünfköpfige Familie aus Holland war im Juli auf einer Wanderung - alle waren schön brav angeseilt - auf der Totalp/Vorarlberg unterhalb eines Wasserfalls, als sich plötzlich polternd und krachend eine riesige Steinlawine löste. Der Vater wurde von einem Felsbrocken getroffen und blieb schwer verletzt liegen. Auch seine Kinder bekamen von dem Massen an Geröll einiges ab, nur die Mutter blieb unverletzt. Die Verunfallten wurden mit dem ÖAMTC - Rettungshelikopter ins Krankenhaus geflogen.
  • Schlangenbiss.
    Bei einer Bergwanderung im Gebiet der Kölnbreinsperre/Kärnten wurde eine Wienerin von einer Kreuzotter in den Finger gebissen, sie hatte beim Hinsetzen die Schlange übersehen. Die 40-jährige erlitt eine allergische Reaktion und wurde vom alarmierten Rettungshubschrauber in das LKH Villach gebracht. Der kritische Zustand der Patientin konnte stabilisiert werden.
  • Fehlen von Seilkommandos.
    Zwei Kletterer, 32 und 30 Jahre alt, waren (August 2003) im Klettergarten unterwegs und durchstiegen die Südwand (V) vom Burenkogel/Gramastetten. Am Ende der Kletterroute missverstand der Vorsteiger die Zurufe seines Partners, er glaubte sich noch gesichert und sprang ins Seil. Da sein Partner ihn nicht mehr gesichert hatte, stürzte er ca. 20 Meter bis zum Boden ab und erlitt schwere Knochenbrüche am ganzen Körper.
  • Klettersteig.
    Ein 74-jähriger Deutscher wollte nur mit Turnschuhen (mit Plastiksohle) und Steinschlaghelm den Klettersteig im Klettergarten Breitwand/Radenthein-Kärnten durchsteigen. Ca. 100 Höhenmeter über dem Einstieg, im Bereich eines Querganges - wo Reibungskletterei erforderlich ist - stürzte der Kletterer bis zum Wandfuß ab und verstarb noch an der Unfallstelle.
  • Abseilen.
    An einer 7 mm Reepschnur wollte sich ein 39-jähriger vom Nordostgrat des Wilhelmer/Tirol abseilen. Die Abseilroute verläuft die ersten 10 Meter durch steil abschüssiges Terrain und bricht anschließend über eine Felskante überhängend ab.Vermutlich durch die Scheuerbewegungen an der Felskante wurde die Reepschnur derart stark beschädigt, dass diese riss und der Alpinist ca. 150 Meter abstürzte. Er erlitt tödliche Verletzungen.
  • Anseilfehler.
    Vermutlich ein Anseilfehler kostete einer 26-jährigen das Leben. Sie war am 24.8.2003 auf dem Klettersteig der Seewand/Raum Hallstatt mit Klettersteigset, Sitzgurt und Steinschlaghelm unterwegs. Sie rutschte mit beiden Beinen aus, löste sich aus dem Set und stürzte ca. 300 Meter bis zum Wandfuß ab wo sie tot liegen blieb. Sowohl das Klettersteigset, als auch der Hüftgurt und der Verbindungskarabiner waren unbeschädigt und noch zugeschraubt.
  • Twistlock.
    Ein 19-Jähriger wollte am 6. Oktober 2003 eine Route (V) in der Kletterhalle beim Tivoli/Innsbruck klettern. Er hatte sich mit einem Twistlock-Karabiner am Hüftgurt eingehängt. Durch die Querlage des Karabiners dürfte sich dessen Schnapper geöffnet haben und dadurch rutschte das Seil aus dem Karabiner heraus. Kurze Zeit konnte sich der Kletterer noch an einem Griff festhalten und er versuchte noch, das Seil wieder einzuhängen, was ihm jedoch nicht gelang. Er stürzte aus einer Höhe von ca. 8 Meter ab und erlitt schwere Verletzungen.
  • Blitz.
    Klaus (65) wanderte am 25.6.2003 auf der Straße Richtung Plattenalm/Raum Neukirchen am Großvenediger als er von einem Blitz getroffen und mit Herz-Kreislaufstillstand zusammenbrach. Er konnte zwar vom Notarzt noch reanimiert werden, erlag aber wenig später im Spital seinen Verletzungen.
  • Blitz.
    Eine Gruppe von Bergsteigern wurde am 23.7.2003 beim Abstieg vom Dachsteingipfel am Mecklenburger Band vom Gewitter überrascht. Eine Person stürzte wegen Blitzschlag und fehlender Selbstsicherung ca. 50 Meter tief auf den Hallstädter Gletscher ab und verstarb wenig später an den Verletzungen. Zwei weitere Personen wurde durch die Blitzentladung ebenfalls verletzt.
  • Aggressives Weidevieh.
    Zwei Villacherinnen waren mit ihren Kindern auf dem Wöllaner Nock/Raum Bad Kleinkirchheim (August 2003) um Schwarzbeeren zu sammeln, als sie plötzlich von einem Stier angegriffen wurden. Die Wandergruppe versteckte sich hinter Bäumen und setzte mittels Handy einen Notruf ab. Gendarmeriepostenkommandant Josef Winkler hörte über das Handy das Weinen der Frauen und die verzweifelten Rufe der Kinder. Er schickte sofort den Hubschrauber des BMI los, der im Tiefflug auf den Stier zuflog, sodass dieser das Weite suchte. Die unverletzt gebliebenen Personen wurden zur nächsten Hütte geflogen.
  • Weidevieh.
    Ein 11-Jähriger wurde beim Brennholzsuchen von einer Kuh auf die Hörner genommen, herumgewirbelt und zu Boden geworfen. Dann trampelte sie noch auf seinem Kopf herum. Ein Wanderer sah dies und konnten die rabiate Kuh vertreiben. Der verletzte Bub wurde mit dem Heli ins Spital gebracht.
  • Drachen.
    Der 54-jährige deutsche Drachenfliegerpilot vergaß beim Drachen den Hauptkarabiner (Verbindung Pilot zum Fluggerät) einzuhängen, wodurch er sich nach erfolgtem Start bei der Bergstation Rofanseilbahn nur mehr mit den Händen am Steuertrapez anhalten konnte. Nach einigen Minuten verlies ihn die Kraft und er stürzte ca. 100 Meter in ein felsdurchsetztes Waldstück. Bei dem Unfall wurde der Pilot schwer verletzt.
  • Überlebt.
    Am 18. Oktober 2003 war der nur mangelhaft ausgerüstete 41-jährige Berliner zu einer Tagestour - von der Tiroler Seite - auf die 2.962 Meter hohe Zugspitze aufgebrochen, ohne jemanden von seinem Vorhaben in Kenntnis zu setzen. Da er seine Tourenplanung nicht einhalten konnte, verbrachte er in einer unbewirtschafteten Hütte die Nacht und setzte am nächsten Tag seinen Gipfelsturm fort. Er kam in unwegsames, vereistes Gelände. Auch das Wetter verschlechterte sich zusehends. Er hoffte, dass von der Zugspitzbahn, die ansonsten planmässig zweimal täglich vorbeifuhr, ihn jemand sehen würde. Doch die Bahn war wegen Revisionsarbeiten vorübergehend eingestellt bzw. verkehrte nur sporadisch. Nach fünf Tagen Gefangenschaft am Berg wurden endlich seine Hilferufe von Mitarbeitern der Seilbahn auf der Bergstation gehört.Vom Gipfel aus seilten sich Bergretter 160 Meter ab und bargen den unterkühlten Mann. An beiden Beinen hatte er sich bei dem Abenteuer die Zehen abgefroren.
  • Wegabschneider.
    Ein 33-jähriger Wiener war in der Steinwandklamm/NÖ unterwegs, als er den Weg zu einer Steigleiter abkürzen wollte. Er rutschte ab und stürzte meterweit in die Tiefe. Der Wanderer war auf der Stelle tot.
  • Kreislaufkollaps.
    Ein 36-jähriger Mürzzuschlager unternahm kurz vor Weihnachten in 1100 Meter Seehöhe einen Spaziergang.Während seines Kurzausfluges kam ein Schneesturm auf, der Wanderer erlitt noch dazu einen Kreislaufkollaps. Er konnte sich noch in eine Wildfütterungsstelle retten und im Heu verkriechen. Er zog seine Schuhe aus, konnte sie jedoch nicht mehr anziehen, da diese vereistwaren. Handy hatte der Obersteirer auch nicht bei sich. Er hatte schon alle Hoffnung aufgegeben und erlitt neuerlich eine Kreislaufschwäche, als er zufällig von einem Wanderer aufgefunden und somit gerettet wurde.