österreichisches kuratorium für alpine sicherheit

Erläuterungen

  1. Datengrundlage

    Datengrundlage für die folgenden Auswertungen bilden die Erhebungen der österreichischen Alpinpolizei. In welchen Fällen die Alpinpolizei diese durchführt, finden Sie unter "Unfallerhebungen".
  2. Berichtszeitraum

    Der Berichtszeitraum beginnt mit 1. November 2006 und endet mit 31. Oktober 2007. Somit umfasst der Zeitraum die Wintersaison 06/07 und die Sommersaison 07.
  3. Angewandte Begriffe

    • Unfälle und Verunfallte

      In diesem Bericht werden alle Notfälle im alpinen Raum als Unfall bezeichnet. Somit umfasst die Datengrundlage auch interne Notfälle (Bsp. Herzinfarkt) im alpinen Gelände. Gemäß diesem erweiterten Verständnis sind verunfallte Personen, die sich in einer Notsituation im alpinen Raum befinden. Damit werden auch verirrte, erschöpfte oder akut erkrankte Personen mitgezählt. Zusätzlich werden auch Unfälle auf künstlichen Kletteranlagen erfasst.
    • Disziplinen

      • Bergwandern / Bergsteigen
        Unfälle bei Wanderungen auf alpinen Wegen sowie im weglosen Gelände. Dabei wurde weder ein Sicherungsmittel noch eine zusätzliche, spezielle Ausrüstung (Bsp. Steigeisen) verwendet. Diese Disziplin umfasst auch Winterwanderungen, jedoch nur jene ohne zusätzliche Hilfsmittel (Bsp. Schneeschuhe).
      • Hochtouren
        Unfälle bei Touren im (vergletscherten) Hochgebirge, die zu Fuß durchgeführt werden. Hochtouren mit Tourenskiern werden unter der Disziplin Skitouren erfasst. Im Allgemeinen werden Sicherungsmittel (Bsp. Seil) verwendet.
      • Klettern
        Unfälle im Felsgelände sowie auf Klettersteigen und künstlichen Kletteranlagen wie Indoor- und Outdoor-Kletteranlagen.
      • Mountainbiking
        Unfälle bei Radtouren auf Forststraßen, Steigen und freiem Gelände im alpinen Raum.
      • Flugunfälle
        Unfälle im Zusammenhang mit motorisierten und nicht motorisierten Fluggeräten im alpinen Raum.
      • Canyoning
        Unfälle in (trockenen und wasserführenden) Schluchten beim Ausüben der Sportart Canyoning.
      • Höhlenunfälle
        Unfälle in Höhlen.
      • Jagdunfälle
        Unfälle, die sich in Zusammenhang mit der Tätigkeit des Jagens im alpinen Raum ­ereignen.
      • Seilgärten
        Unfälle in Seilgärten.
      • Piste
        Unfälle im gesicherten Skiraum mit Skiern, Snowboard u. a. (also auf Pisten, in Funparks, etc.).
      • Variante
        Unfälle im freien Skiraum. Zum Aufstieg wird eine Aufstiegshilfe verwendet.
      • Skitour
        Unfälle bei Touren mit Skiern, Snowboard, Telemark oder Schneeschuhen im freien Skiraum.
      • Liftunfall
        Unfälle, die sich während der Benützung von Liftanlagen oder unmittelbar beim Ein- oder Aussteigen ereignen.
      • Eisklettern
        Unfälle beim Eisklettern in Eiswänden, auf Wasserfällen und künstlichen Eiskletter­anlagen.
      • Langlauf
        Unfälle beim Langlaufen.
      • Rodeln
        Unfälle beim Rodeln.
      • Atypische Alpinunfälle
        Unfälle bei Forstarbeiten oder auf Forststraßen mit Kraftfahrzeugen, bei denen alpin geschultes Personal zur Bergung benötigt wird, sowie Suizide im alpinen Raum.
      • sonstige
        Unfälle, die keiner Kategorie zuordenbar sind, zB eine Person verirrt sich nach einer nächtlichen Lokaltour auf dem Heimweg und verunfallt in einem alpinen Gelände.
    • Unfallfolgen

      Unfallfolgen sind in vier Kategorien unterteilt: unverletzt, verletzt, tot und andere. Zur Kategorie "verletzt" werden auch Personen mit einer akuten Erkrankung wie Schlaganfall und ähnliches gezählt. Unter der Kategorie "andere"’ sind beispielsweise vermisst/abgängig oder auch unbekannte Unfallfolgen zusammengefasst. Häufig bedeutet die Unfallfolge "unbekannt", dass ein Verunfallter Fahrflucht begangen hat.
  • Datenqualität

    Alle österreichischen Alpinpolizisten haben mehrwöchige Alpin-Ausbildungen absolviert und müssen jährliche Fortbildungsveranstaltungen besuchen. Diese bundesweite Ausbildungsstruktur sowie die Ausbildungsqualität sind die Grundlage für standardisierte Erhebungen. Die Motivation und das Interesse der einzelnen Alpinpolizisten vor Ort führen zu detaillierten Erhebungen bei diversen Alpinunfällen. Daraus ergeben sich die hohe Datenqualität und eine umfassende Erhebungsanzahl. Dennoch sollte die Datengrundlage kritisch betrachtet werden:
    Besonders Unfälle ohne Verletzungen oder mit nur leichten Verletzungen finden oft keinen Eingang in die Statistik. Als Beispiel sind an dieser Stelle Lawinenereignisse ohne Verschüttete oder "ein Wanderer knöchelt wenige Meter vor dem Parkplatz um" genannt.

    Die Erhebungen umfassen jährlich ungefähr 6.000 bis 7.000 Unfälle, 10.000 bis 11.000 Personen bzw. ca. 225.000 verschiedene Informationen. Aufgrund der hohen Anzahl an Ereignissen werden manche Detailinformationen nicht vollständig erhoben. Die Datenqualität nimmt mit der Schwere der Verletzung zu. Die relativ meisten Informationen liegen über Unfälle mit Todesfolge vor.

    Sonderfall Piste
    Knapp die Hälfte aller Alpinunfälle ereignete sich im Pistenbereich. Da hier nur Kollisionsunfälle und Unfälle mit Verdacht auf Fremdverschulden erfasst sind, ist die Gesamtzahl der Pistenunfälle ein Vielfaches höher. Jedoch werden auch im Pistenbereich alle tödlichen Unfälle von der Alpinpolizei erhoben.
    Burgenland und Wien haben keine alpinen Einsatzgruppen. Ereignisse, die in anderen Bundesländern erfasst werden (Bsp. schwere Unfälle in Kletterhallen), bleiben in diesen beiden Bundesländern leider unberücksichtigt.
    Trotz der oben erwähnten Einschränkungen gibt diese Darstellung einen repräsentativen Überblick über das Unfallgeschehen in Österreichs Bergen. Besonders bei Unfällen mit Todesfolge aber auch mit schwer verletzten Personen ist die Datenqualität sehr hoch.