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Achtung Wanderer: Begegnungen mit Weidevieh

Die Almsaison ist eröffnet und auf Österreichs Bergen weiden die Tiere. Die langen Sommertage locken zahlreiche Wanderer ins Gebirge, die über die Hochweiden spazieren. Damit es nicht zu gefährlichen Begegnungen oder sogar tödlichen Verletzungen mit dem Weidevieh  kommt, sind unbedingt die Informationen und Hinweisschilder im Almgelände zu beachten.
In zahlreichen Bundesländern machen die (Alm-)Bauern durch Hinweistafeln oder durch das Auflegen von Informationsfoldern auf das Weidevieh aufmerksam. Die Schilder und die Flyer sollen die Menschen auf den Almen sensibilisieren, dass sich auf den Weiden Almtiere befinden und Vorsicht geboten ist. Die Hinweise sind in verschiedenen Sprachen wie Deutsch, Englisch, Holländisch u.a. verfasst.
 
Alle Führungskräfte am Berg sollten selbstverständlich diese Empfehlungen kennen und auch an die Gäste bzw. die Teilnehmer geführter Wanderungen weitergeben. Oftmals sind es das Informationsdefizit und Nichtwissen über den Umgang und Begegnungen mit Weidetieren.
 
Das Kuratorium fasst die Maßnahmen zum richtigen Verhalten für Wanderer bei Begegnungen mit dem Weidevieh auf Almen zusammen.
Generell lassen sich Rinderherden in drei Arten unterteilen:
 
Mutterkuherde
Diese bestehen aus Muttertieren und ihren Kälbern und diese werden verteidigt (Schutzinstinkt!). Gilt auch für Mutterstuten und ihre Fohlen. Jungtiere sind neugierig und ein Rucksack kann schnell zum interessanten Objekt, in dem Essbares vermutet wird, werden. Darum ist es auch nicht sinnvoll, die Almtiere anzulocken und zu füttern. Bei männlichen Tieren (Stiere) ist besonders Vorsicht geboten.
 
Jungtierherde

Jüngere Tiere sind vor allem übermütig, sehr bewegungsfreudig und neugierig. Ein Kontakt kann rasch zu unkontrollierten Bewegungen kommen.
 

Kuhherde

Diese besteht aus Kühen, die regelmäßig gemolken werden und ein enger Kontakt mit Menschen ist daher gegeben.
 
 

Woran erkennt man ein Drohverhalten bei Kühen?

Die meisten Rinder bleiben meistens stehen und fixieren ihr Ziel, dabei heben und senken sie den Kopf, gehen etwas in die Knie und schnauben. Oftmals gehen die Tiere meist langsam einige Schritte in Richtung ihres Ziels, bevor sie loslaufen.

 

Empfehlungen – Wie verhalte ich mich richtig?
  • Wanderwege nicht verlassen.
     

  • Hunde unter Kontrolle halten und an der Leine führe.
     

  • Ruhig und unauffällig in Distanz (50m) an den Tieren vorbeigehen.
     

  • Tiere nicht erschrecken und ihnen nicht direkt in die Augen sehen.
     

  • Tiere in Ruhe lassen und nicht berühren. Kälber auf keinen Fall streicheln.
     

  • Bei Herannahen der Tiere: ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren und die Weide langsam verlassen.
     

  • Drohgebärden der Tiere beobachten: Senken des Kopfes, scharren, brüllen, schnauben.
     

  • Leinen Sie den Hund sofort ab, wenn ein Angriff eines Tieres abzusehen ist. Dadurch wird vom Hundehalter abgelenkt.


Um nicht in brenzlige Situationen zu gelangen, gilt generell Respekt und rücksichtsvolles Verhalten. Passiert man Weidegatter, sollte man diese auch wieder schließen und sich jedenfalls an Absperrungen halten. Kommt es trotzdem zu gefährlichen Situationen, sollte man Ruhe bewahren und nicht davonlaufen!
Die Landwirtschaftskammer Tirol rät im absoluten Notfall mit dem Stock einen gezielten Schlag auf die Nase. Andernfalls geht man langsam und stetig aus dem Gefahrenbereich, ohne den Tieren den Rücken zuzukehren. Weitere Informationen dazu im Folder "Eine Alm ist kein Streichelzoo" (in mehreren Sprachen) der Landwirtschaftskammer Tirol.

Weiterführende Links:
Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit, ​Artikel: „Kuhattacke – Weidende Kühe als Gefahr für Wanderer“ und „Eine Alm ist kein Streichelzoo“:


Landwirtschaftskammer Tirol:
Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit:
Österreichisches Kuratorium für alpine Sicherheit:
Stand: 08.06.2017 / Foto: ©Tirol Werbung  - Schwarz Jens