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Lawine - "Allein auf Tour"

Bereits drei Lawinentote in der Wintersaison 2008/2009

Jeder fünfte ist ein Alleingänger – Notfallausrüstung unerlässlich


Am 9. Dezember 2008 kam es in den Seckauer Alpen zu einem tödlichen Lawinenunfall – es war das dritte Lawinenopfer im heurigen Beobachtungszeitraum (Beginn jeweils am 1. September des Jahres). „Auffällig – wie auch dieser Unfall zeigt – ist die hohe Anzahl von tödlich verunglückten Alleingängern“, sagt Dr. Karl Gabl vom Kuratorium für Alpine Sicherheit. „Jeder fünfte Lawinentote im Winter 2007/08 war ein Einzelgänger. Ganz Verschüttete, die innerhalb der ersten 15. Minuten geborgen wurden, überlebten zu 75 Prozent. In der Regel kann diese Zeitmarke nur durch Kameradenrettung unterschritten werden. Muss auf einen planmäßigen Einsatz durch Rettungsmannschaften gewartet werden, bedeutet dies bei einer Ganzverschüttung nur mehr eine Überlebensrate von unter 30 Prozent.“ 

Zu den häufigen Beobachtungen von Alpinpolizei und Rettungsmannschaften gehört, dass Skitourengeher und Variantenfahrer ohne Notfallausrüstung unterwegs sind.
„In solchen Fällen ist keine schnelle Ortung mittels Lawinen-Verschütteten-Suchgerät (LVS-Gerät) möglich. In 16 Fällen wurden die Opfer erst nach lang andauernder Suche mittels Sondieren geortet und konnten dann nur mehr tot geborgen werden. Während die LVS-Suche meist von den Kameraden durchgeführt wird, bedarf es bei fehlender Notfallausrüstung immer eines Großaufgebotes an Rettungskräften. Die Suche erweist sich dann häufig als sehr langwierig und die Bergung ist in den meisten Fällen eine Todbergung“, sagt der Leiter der Alpinpolizei Österreichs im Bundesministerium für Inneres Hans Ebner.

Die Alpinpolizei Österreichs, die im Zuge ihrer sicherheits- oder kriminalpolizeilichen Erhebungen auch die Datensammlung durchführt, ist gemeinsam mit dem Kuratorium für Alpine Sicherheit (Auswertung) für die statistische Aufbereitung der Daten verantwortlich.

Ebner plädiert daher dafür, die erforderliche Notfallausrüstung (Lawinen-Verschütteten-Suchgerät, Schaufel und Sonde, ABS-Rucksack) mitzuführen und die Handhabung zu trainieren. „Zeit ist Leben“ gelte beim Lawinenunfall ganz besonders, „alleine auf Tour“ gelte es daher auf Pistentouren, bei häufig begangenen Schitouren und auf flaches Gelände zu beschränken, sagt Ebner.

In Österreichs Bergen sterben jährlich zwischen 300 und 400 Personen. In den vergangenen drei Jahren starben insgesamt 69 Personen bei Lawinenereignissen: in der Wintersaison 2005/06 23, 2006/07 17, 2007/08 29. Von den 29 Lawinentoden im Winter 2007/2008 waren 19 Todesopfer beim Schitourengehen und sieben beim Variantenfahren zu beklagen, drei weitere beim Wandern, auf Hochtour und bei einem Arbeitsunfall. 24 der 29 Opfer waren männlich. 
 
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Inneres, Alpinpolizei:
Obstlt. Hans EBNER, Tel.: +43 (664) 2551398
Kuratorium für Alpine Sicherheit:
Dr. Karl GABL, Tel. +43 (664) 2100879