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Projekt: Stürze beim Wandern und Bergsteigen

Das Projekt wird vom  Institut für Sportwissenschaft der Universität Innsbruck in Kooperation mit der Alpinpolizei (Bundesministerium für Inneres), dem Österreichischen Alpenverein und dem Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit durchgeführt.

Projektinhalt: Stürze beim Bergwandern - Identifikation von Risikofaktoren (2016-2018)

Bergwandern ist mit mehreren Millionen an Ausübenden die beliebteste Sommerbergsportart in Österreich. Die Kehrseite der positiven gesundheitlichen Effekte von Bergwandern (z.B. eine verbesserte Lebensqualität) beinhaltet das Risiko für Unfälle und Notfälle oder sogar Todesfälle. Beim Bergwandern in den österreichischen Alpen erleiden jährlich ungefähr 1.500 Personen einen Unfall und ungefähr 100 verunglücken tödlich. Etwa 45 % aller nichttödlichen und tödlichen Unfälle beim Bergwandern entsteht durch Stürze. Fundierte Kenntnisse Umstände dieser Unfälle und der Risikofaktoren für Stürze bei Bergwanderern wären ein bedeutender Schritt, um die Sicherheit in dieser beliebten Sportart zu verbessern. Allerdings gibt es nur sehr wenige wissenschaftliche Studien zu dieser Thematik. Die Ziele dieses Projektes sind es durch Stürze verursachte Unfälle beim Bergwandern zu analysieren und Risikofaktoren zu identifizieren.

Die Studie wird in 2 Teile unterteilt werden. Im ersten Teil werden nichttödliche und tödliche Unfälle durch Stürze beim Bergwandern, welche von der Österreichischen Alpinpolizei in einem Zeitraum von 10 Jahren dokumentiert wurden, detailliert ausgewertet werden. Die Stichprobe wird ca. 5.000 nichttödliche und ca. 500 tödliche Unfälle umfassen. Die Ergebnisse werden es ermöglichen, Situation und Umstände zu identifizieren, in denen Stürze gehäuft auftreten.

Der zweite Teil ist als Fall-Kontroll-Studie geplant und wird sich auf nichttödliche Unfälle konzentrieren. In einem Zeitraum von 3 Jahren werden Bergwanderer, die sich durch einen Sturz verletzt haben, gebeten an der Studie teilzunehmen und Fragebögen werden den Studienteilnehmern (Fälle) zugesendet werden. Der Fragebogen wird persönliche Daten, bestehende Erkrankungen (inklusive Medikamenteneinnahme) und frühere Verletzungen, regelmäßige körperliche Aktivität und Bergwandererfahrung, Risikoverhalten, Einzelheiten der Bergwanderung, Ausrüstung und eine Beschreibung des Unfallhergangs aus Sicht des Verunfallten beinhalten. Zusätzlich werden Informationen zu den Unfallumständen im Rahmen von Vororterhebungen erfasst werden. Zum Vergleich mit Kontrollpersonen werden Bergwanderer ohne Stürze (Kontrollen) mit dem identen Fragebogen interviewt werden und zwar auf den gleichen Bergwanderungen, an denen die Unfälle sich ereigneten. Der Vergleich von ca. 400 Fällen mit ca. 1.200 Kontrollen wird Informationen zu den Faktoren liefern, die mit einem erhöhtem Sturzrisiko beim Bergwandern in Bezug stehen.
 
Stand: 10.5.2016 / Foto: Giséle-Duchess Platter