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Smartphones ersetzen kein LVS!

Das Canadian Avalanche Center (CAC) hat als erstes diese Warnung herausgegeben und das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit schließt sich dieser an:

Smartphone Lawinen-Such-Apps, welche als LVS-Ersatz angepriesen werden, sind nicht empfehlenswert! Derzeit bewerben drei verschiedene Anbieter ihre Apps als ökonomisch günstige Alternativen zu LVS-Geräten, welche normalerweise im ungesicherten Skiraum als Sicherheitsausrüstung im Lawinen-Notfall zur schnellen Ortung und Bergung verwendet werden.
Das CAC hat sich eingehend mit den Apps befasst und mehrere gravierende Nachteile dieser bzw. generell von Mobiltelefonen zu Kameraden-Ortung bei Lawinen festgestellt.

 

Die größte Schwachstelle ist die Kompatibilität der Geräte


Weltweit verwenden alle LVS – egal von welchem Hersteller –die standardisierte Frequenz von 457 kHz. Das bedeutet, dass alle Geräte herstellerunabhängig problemlos miteinander kommunizieren: man kann jedes Gerät suchen bzw. wird von diesen gefunden.
Nicht nur, dass Smartphones mit dieser international verwendeten LVS-Frequenz nicht kompatibel sind, so sind auch die Apps untereinander inkompatibel – das App von Anbieter A kann mit dem App von Anbieter B nicht kommunizieren und somit weder andere suchen, noch gefunden werden, so die ernüchternde Analyse der CAC-Experten.

 

Der 457 kHz-Frequenz-Standard wurde wohlüberlegt gewählt


Diese Frequenz durchdringt problemlos verdichteten Schnee und wird auch nicht von Bäumen/ Holz oder Felsen und Steinen reflektiert. Keine der von den Apps verwendeten Übertragungsmethoden verfügt über eine annähernd gleiche Übertragungsqualität. WiFi und Bluetooth sind wesentlich schwächer bei der Durchdringung von Schnee und werden sehr leicht von massiven natürlichen Hindernissen, wie sie aber sehr oft in einem Lawinenkegel vorkommen, reflektiert. Auch die Ortung mit GPS-Signalen ist wesentlich ungenauer als mit der 457-kHz-Frequenz – dabei ist die Suchpräzession wesentlich für eine schnelle, effiziente und damit überlebensentscheidende Rettung von Lawinenverschütteten.

 

Andere wesentliche, technische Nachteile von diesen Apps


Sind die generell geringen Akku-Laufzeiten von Mobiltelefonen (speziell bei niederen Temperaturen), Interferenzen durch andere störende Geräte und die Betriebssicherheit: bei tiefen Temperaturen können die Flüssigkristall-Displays einfrieren und werden damit funktionsunfähig (man merkt das im Winter, wenn die Displays nur sehr langsam reagieren).

Aus diesen Gründen nochmals die Warnung an alle, die sich im winterlichen Gelände bewegen: Apps sind kein Ersatz für die Mitnahme eines LVS!

Linktipp: Canadian Avalanche Association (CAC)