Menü
Line

Traumatod in der Lawine

Lawinengefahr = Lebensgefahr


Die Überlebenskurve zeigt die Überlebenswahrscheinlichkeit ganzverschütteter Personen in Abhängigkeit der Verschüttungsdauer. Unberücksichtigt bleiben jedoch Unfälle, bei den eine Person ums Leben gekommen ist, aber nicht verschüttet wurde. Hanno Bilek und Walter Würtl haben sich für das Alpinforum 2011 spannende Fragen gesucht und Antworten gefunden.

 

Über 20 % der Lawinentoten nicht verschüttet


143 Personen starben in den vergangenen sechs Wintern in Österreich bei Lawinenunfällen. Über 20 % der tödlich verunfallten WintersportlerInnen waren nicht oder nur teilverschüttet. 

 

Todesursache Nummer 1: Ersticken


Bei knapp 60 % aller Lawinentoten wurde als Todesursache Ersticken festgestellt. Damit ist Ersticken weiterhin Todesursache Nummer 1. Verhindert ein Wintersportler die Verschüttung oder wird er nur schnell genug von den Kameraden geborgen, hat dieser gute Überlebenschancen.

 

Todesursache Nummer 2: Trauma


Über 30 % der Lawinentoten starben aufgrund ihrer Verletzungen. Damit ist der Sturz, das Mitfahren in der Lawine, das Mitreißen deutlich gefährlicher als bisher angenommen.

 

Datengrundlage:


Als Datengrundlage wurden die Erhebungen der Alpinpolizei verwendet. Die Todesursache wird einerseits immer durch einen Mediziner festgestellt, jedoch handelt es sich nur in den wenigsten Fällen um Obduktionen. Würde man nur die Fälle heranziehen, in denen eine Obduktion durchgeführt wurde (gesicherte Todesursache), so würde das Ergebnis in keinster Weise repräsentativ sein. Die Autoren sind der Meinung, dass die Ergebnisse zwar nicht wissenschaftlich nachweisbar sind, dennoch die Ergebnisse der Realität entsprechen. Die Bewertung der Todesursache „Trauma“ wurde sehr vorsichtig vorgenommen.

 

Konsequenzen:

 
  • Lawinenauslösungen vermeiden!
        Die Vermeidung von Lawinenauslösungen muss noch konsequenter verfolgt werden.
 
  • Gefährliches Gelände meiden!
        Nicht nur das Einzugsgebiet ist zu beachten, auch Steilabbrüche etc. in der Sturzbahn können das             Risiko eines tödlichen Unfalls deutlich erhöhen.
 
  • Schutzausrüstung tragen!
    Verstärkt sollen auch Helm und Protektoren von Freeridern verwendet werden. Somit können Verletzungen beim Lawinenabgang verhindert oder zumindest gemildert werden.