
Pressekonferenz Berglsteiner See
Zwischenbilanz der Alpinunfälle der Sommersaison 2008 und Präsentation der Broschüre „Alpinunfälle 2007“, 26. August 2008
Bundesministerin für Inneres, Leiter der Alpinpolizei, Obstlt Hans EBNER Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit, Präsident Dr. Karl GABL
Statistik
2007 kamen in Österreich 329 Menschen bei Alpinunfällen ums Leben, mehr als ein Drittel davon in Tirol (im Vergleichszeitraum 2006 gab es in Österreich 278 Alpintote, 2005 waren es 416 Alpintote).
Zwei Drittel der tödlich Verunfallten stammten aus Österreich, Rund ein Drittel kam aus Deutschland.
Zu den häufigsten Todesopfern zählten - Wanderer - Bergsteiger - Schneesportler (meist Skifahrer).
Zu den häufigsten Todesursachen zählten - Herzinfarkt - Sturz - Stolpern - Ausgleiten - Verirren - Versteigen
Die Zahl der verunfallten „Halbschuhtouristen“ betrug zwei Prozent der Wander- und Bergsteiger-Unfälle. Die Unfallursache war hier meist „Ausrüstungsmangel“.
Auf Varianten und Skitouren verunfallen fast ausschließlich junge Männer tödlich. Typische Unfallursache beim alpinen Skilauf: (selbstverschuldeter) Sturz auf mittelsteilen (roten) Pisten, bei griffigen Schneebedingungen und bester Sicht.
Bei jedem 4. Skitourenunfall handelt es sich um einen Lawinenunfall.
Beim Klettersport kamen im Vergleichszeitraum 2007 17 Menschen ums Leben. Im Verhältnis zu den vergangenen Jahren, wo regelmäßig an die 30 Klettertote und mehr zu beklagen waren, zeigen die Arbeit der Alpinpolizei und des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit Wirkung (z.B.: konsequente Aus- und Weiterbildungsangebote, Sensibilisierung der SportlerInnen):
2005: 29 tödliche Kletterunfälle, 2004: 23 Tote, 2003: 31 Tote, 2002: 33 Tote.
Aufgaben der Alpinpolizei
Seit 1952 Jahren existieren „Alpine Einsatzgruppen“ (AEG) der Exekutive in Österreich. Die meisten der rund 500 Alpinpolizisten machen ihren Job neben dem regulären Dienst. Es gibt sie in jedem Bundesland mit Ausnahme von Wien und des Burgenlands.
Die Alpinpolizei ist der wichtigste Datenlieferant für die Auswertung und Analyse des alpinen Unfallgeschehens und trägt durch die EDV-unterstützte statistische Erfassung aller Alpinunfälle maßgeblich zur Unfallprävention bei. Allein 2007 wurden Österreichweit 6.786 Unfälle erhoben.
Die gesammelten Daten über Alpinunfälle geben Auskunft über Anzahl, Art und Ursachen von Unfällen in den Bergen. Ihre Aufgabe konzentriert sich auf die Klärung von Wander- und Kletterunfällen, Unfällen bei Trendsportarten wie Canyoning, Rafting oder Mountainbiking, Flug- und Forstunfällen sowie Lawinenabgängen und anderen Naturkatastrophen. Die speziell ausgebildeten Polizisten überwachen zudem die Einhaltung von Maßnahmen zum Naturschutz, sorgen für die Sperre gefährdeter Gebiete und warnen vor alpinen Gefahren.
Die Alpinpolizei ist aus dem exekutiven Alltagsleben in den alpinen Bundesländern nicht mehr wegzudenken. Sie arbeitet eng mit dem Österreichischen Kuratorium für Alpine Sicherheit und freiwilligen Rettungsorganisationen, speziell dem Österreichischen Bergrettungsdienst, zusammen.
Das Ziel ist es, die Sicherheit bei den Alpinsportarten weiter zu erhöhen. Hauptaufgabe der Alpinpolizei ist die Unfallerhebung. Dabei sind zwei Punkte besonders wichtig:
Die Beamten der Alpinpolizei müssen das notwendige Spezialwissen mitbringen, um fachlich fundierte Ergebnisse liefern zu können, die den Gerichtsbehörden als Entscheidungsgrundlage und bei möglichen straf- oder zivilrechtlichen Verfahren zum Einsatz kommen.
Seitens des BM.I muss Vorsorge getroffen werden, dass die Sicherheit der Beamten stets gewährleistet bleibt. Viele Einsätze erfolgen bei sehr kritischen äußeren Bedingungen und im schwierigen hochalpinen Gelände. Das BM.I stellt daher eine moderne Ausrüstung und die erforderliche Zeit für Aus- und Fortbildung zur Verfügung.
An allen sieben Einsatzstellen in Österreich sind neben Hubschrauber-Piloten stets auch Polizei-Bergführer im Einsatz – so genannte „Flight operator“. Sie gewährleisten einen raschen Einsatz im alpinen Gelände.
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