
Alpinunfälle 2008 - Erste Bilanz
308 Bergtote im Jahr 2008 zu beklagen
Weniger tödliche Unfälle auf Schipisten
Alpin-Unfallbilanz 2008: Von November 2007 bis Oktober 2008 sind in Österreichs Bergen 308 Menschen ums Leben gekommen. Das zeigt die Statistik des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit, die auf den Daten der Alpinpolizei beruht. Unter den Opfern waren 184 Österreicher (60%) und 79 Deutsche (25%). Die restlichen Opfer verteilen sich auf viele verschiedene Nationen. Im Bundesländervergleich gibt es in Tirol, wie auch in den Jahren zuvor, mit 115 die meisten Bergtoten, gefolgt von Salzburg mit 50 und der Kärnten mit 37 tödlich Verunglückten.
Insgesamt gleichbleibende Tendenz
Der Präsident des Kuratoriums Dr. Karl Gabl sieht diese Entwicklung mit einem lachendem und einem weinenden Auge: Trotz Zunahme der Bergsportler hat es keine Zunahme der tödlichen Unfälle gegeben. Besorgniserregend ist allerdings, dass die Zahl der Alpintoten in Österreich stagniert, während bei den Verkehrstoten ein deutlicher Trend nach unten erkennbar ist. Österreichweit stehen 678 Verkehrstoten im Jahr 2008 308 Alpintoten gegenüber. Damit nähern sich die Zahlen der Alpintoten immer mehr denen im KfZ-Verkehr an. Das Kuratorium wird sich deshalb noch stärker in der Bewusstseinsbildung engagieren und hofft auf eine gemeinsame Kraftanstrengung aller alpinen Organisationen. Gabl: „Es passiert viel um Unfälle zu vermeiden. Wir müssen aber noch stärker in die Ursachenforschung gehen und durch Information und Schulung gemeinsam dem Bergerlebnis mehr Sicherheit geben.“
Der Alpinunfall ist männlich
Obstl. Hans Ebner von der Alpinpolizei im Innenministerium nennt weitere Details aus den statistischen Aufzeichnungen. Wie jedes Jahr waren über 80% der Alpintoten männlich. Die meisten Todesopfer wurden in den Monaten Juli/August (84 tödliche Unfälle) gefolgt von Jänner/Feber (67 Alpintote) gezählt. Bei den Bergsportdisziplinen fallen auf den ersten Blick Wandern und Bergsteigen mit 96 Toten auf. Klettern mit 22 tödlichen Unfällen und Skitouren mit 24 Alpintoten blieben im langjährigen Durchschnitt.
Weniger Tote im organisierten Schiraum
Bemerkenswert hingegen sind die Zahlen im organisierten Schiraum: auf Pisten und Routen gab es im vergangenen Winter 2007/2008 mit 34 Opfern deutlich weniger Tote als die Jahre zuvor (Winter 2005/06: 47 Tote im organisierten Schiraum, 2006/07: 42 Tote). Von den 34 Todesfällen im organisierten Schiraum im Winter 2007/08 verstarben die meisten Personen an Herz-Kreislaufversagen ohne vorangegangenen Unfall (14 Personen), 12 trugen tödliche Verletzungen durch selbstverschuldeten Sturz oder Kollision mit feststehenden Hindernissen davon. Tödliche Kollisionen mit anderen Wintersportlern ereigneten sich 6. Im 3 jährigen Rückblick gehen die Zahl der tödlichen Unfälle im organisierten Schiraum deutlich zurück, trotz der Rekordwinter, in denen offensichtlich deutlich mehr Wintersportler auf den Pisten unterwegs waren. Die Daten belegen auch einen Anstieg der „Helmmoral“. Während vor 2 Jahren nur knapp 15% der registrierten Verunfallten mit Helm ausgestattet waren, steigerte sich der Anteil im vergangenen Winter 07/08 bereits auf über 30%. Auch ohne verordnete Helmpflicht tragen immer mehr Schifahrer und Snowboarder einen Helm. Im organisierten Schiraum erhob die Alpinpolizei im Winter 2007/08 insgesamt 3.985 Unfälle (Anstieg um ca 6%), wobei nur jene Unfälle mit Verdacht auf Fremdverschulden (Kollisionen) und tödliche Unfälle berücksichtigt sind.
Kuratorium koordiniert und informiert
Das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit ist auf den Gebieten der Risiko-, Unfall- und Sicherheitsforschung im Bergsport wissenschaftlich, aufklärend und informativ tätig.
Neben der Förderung der Grundlagenforschung ist das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit die unabhängige Diskussions- und Informationsplattform für alle im Bergsport tätigen Organisationen und Institutionen Österreichs. Dadurch bildet es ein anerkanntes Netzwerk für alpine Sachfragen und Problemstellungen.

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