2013-05-08
Klettersteigtag in St. Jodok

2013-02-24
Klettersteigsetts: nuer Rückruf!

2013-02-25
Zwischenbilanz Skiunfälle

2012-12-14
Rückruf Karabiner

2012-12-06
Neu: Skitourenfibel

2012-12-07
LVS-Rückruf

2012-10-29
bergrettung

2012-09-05
Unfallbilanz Bergsommer 2012

2012-08-30
Mängel bei Klettersteigset

2012-08-30
Reinhold Messner

2012-07-25
Gewitter am Berg

2012-06-26
analyse:berg sommer 2012

2012-07-26
Update Klettersteigbau

2012-06-25
Alpingipfel in Puchberg

2013-02-27
Produktwarnung – ABS Wireless Activation









Klettersteigsets: neuer Rückruf!

Welche Sets sind betroffen?

Die aktuellen Rückrufaktionen betreffen Klettersteigsets mit Reibungsbremsen (in der nebenstehenden Skizze das linke Set). Erkennbar sind solche Systeme an der Metallplatte, durch deren Löcher ein Seil führt.
Die Rückrufaktion vom vergangenen August betrifft einige Sets mit elastischen Lastarmen und Bandfalldämpfer (in der Skizze das rechte Set). Die jetzt bereitgestellte Rückrufliste (siehe Link unten) umfasst beide Rückrufaktionen sowie die Lebensdauerangaben der Hersteller.
Das Österr. Kuratorium für alpine Sicherheit fordert alle Klettersteiggeher dringend auf, ihre Klettersteigsets anhand dieser Liste zu überprüfen. Von einem Rückruf betroffene Sets dürfen nicht mehr weiter verwendet werden und müssen an den Hersteller zurück geschickt werden. Sets, die von keinem Rückruf betroffen sind, aber nicht mehr in der Lebensdauerangabe des Herstellers liegen, dürfen nicht mehr verwendet werden.

Was ist die Ursache für das aktuelle Problem?


Ein Klettersteigset besteht aus zwei wesentlichen Elementen – einerseits den beiden Lastarmen, die mittels Karabinern in das Stahlseil des Klettersteigs eingehängt werden, und andererseits dem Fangstoßdämpfer. Dieser Fangstoßdämpfer ist mit den Lastarmen verbunden und nimmt bei einem Sturz Energie auf. Dadurch reduziert er die Kräfte, die über die Einbindeschlaufe (in der Skizze die blaue bzw. gelbe Schlaufe) auf den Klettergurt und damit auf den Kletterer wirken. Ohne Fangstoßdämpfer wären diese Kräfte im Extremfall tödlich oder würden zum Riss tragender Teile führen.
Bei den Fangstoßdämpfern gibt es zwei unterschiedliche Typen – Bandfalldämpfer und Reibungsbremsen. Von der aktuellen Problematik betroffen sind nur die Reibungsbremsen. Sie bestehen aus einer Metallplatte mit Löchern, durch die das Bremsseil hindurch geführt ist. Fallenergie nimmt die Reibungsbremse auf, indem Seil durch die Metallplatte läuft. Alterungsprozesse führen jedoch dazu, dass das Bremsseil an Flexibilität verliert. Die Konsequenz ist eine höhere Reibung in der Bremse, so dass die maximal auftretenden Kräfte am Fangstoßdämpfer größer werden. Gleichzeitig verlieren die Lastarme im Gebrauch und durch Alterungseinflüsse an Festigkeit.
Letztendlich kann die Kombination dieser beiden Effekte bei einigen Klettersteigsets im Sturzfall zum Riss führen. Wegen der großen Bedeutung von Produktalter und Produktgebrauch ist es schließlich auch sehr wichtig, die Lebensdauerangaben der Hersteller genau zu berücksichtigen.



SOS Button

Schnelle Hilfe bei Unfällen im Gebirge