Menü
Line

ERKLÄRUNG ZU WIEDERBELEBUNGSMASSNAHMEN
„World Restart A Heart Day 2021“ - Okt.2021

Ärztliche VertreterInnen von Rettungs- und Notarztorganisationen und medizinischen Fachgesellschaften, darunter auch das Österreichische Kuratorium für Alpine Sicherheit, haben im Zuge des "Restart a heart day" am 16.Oktober 2021 gemeinsam eine Erklärung zu Wiederbelebungsmaßnahmen in Österreich abgegeben.
Die Erklärung wurde an die Bundesminister Dr. Wolfgang Mückstein (BM für Bundesminister für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz) und Bundesminister Univ. Prof. Dr. Heinz Faßmann (BM für Bildung, Wissenschaft und Forschung) sowie deren Kabinettschefs und die Gesundheitssprecher der im Nationalrat vertretenen Parteien ausgesendet.
Erste Hilfe_Foto Philipp Dahlmann
Foto: Philipp Dahlmann

ERKLÄRUNG, 16.Oktober 2021

 
  • Auch in Österreich soll die Ausbildung von Schulkindern in Wiederbelebung und deren kontinuierliche Wiederholung gesetzlich verankert werden.
  • Wiederbelebung soll – insbesondere im Kindesalter – im Rahmen der übrigen Ersten-Hilfe-Ausbildung in einem eigenständigen Kursmodul unterrichtet werden.
  • Wiederbelebung muss zur Kulturfertigkeit werden, wie Lesen, Schreiben, Rechnen.
  • Die strukturierte telefonische Anleitung von Reanimationsmaßnahmen durch das Personal der medizinischen Notruf-Leitstellen soll österreichweit verpflichtend eingeführt, standardisiert und qualitätsgesichert durchgeführt werden.
  • Nur was wir messen, können wir verbessern: Um jährlich und zeitnahe österreichweite Aussagen über die präklinische Reanimation und die Ergebnisse treffen zu können, ist ein österreichisches Netzwerk von Reanimationsbeauftragten und ein idealerweise  bundeseinheitliches Reanimationsregister notwendig.

UNTERZEICHNENDE

 
  • Österreichischer Rat für Wiederbelebung (ARC): Univ.-Prof. Dr. Michael Baubin MSc, Innsbruck und Dr. Joachim Schlieber, Salzburg
  • Österreichische Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI): Primar Priv.-Doz. Dr. Helmut Trimmel MSc, Wiener Neustadt
  • Österreichische Gesellschaft für Notfall- und Katastrophenmedizin (ÖNK): Primar Dr. Reinhard Doppler, Rottenmann
  • Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit: Primar Priv.-Doz. Dr. Peter Paal, Salzburg
  • ÖAMTC Flugrettung: Primar Univ. Prof. Dr. Wolfgang Voelckel MSc, Salzburg
  • Österreichisches Rotes Kreuz: Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schreiber, Bundeschefarzt, Wien Arbeiter-Samariterbund Österreichs, Primar a.D. Prof. Dr. Michael Gruska, Bundeschefarzt und Dr. Regina Gabriel, stv. Bundeschefärztin, Wien
  • Johanniter-Unfall-Hilfe in Österreich: Primar Dr. Christian Emich, Bundesarzt, Wien
  • Malteser Hospitaldienst Austria: Primar Priv.-Doz. Dr. Dr. Thomas Hausner, Bundesarzt, Wien
  • Bergrettungsdienst Österreich: OA Dr. Alexander Egger MSc, Chefarzt, Scheibbs
  • Berufsrettung Wien, MA70 und Verein „Puls“: Chefarzt Dr. Mario Krammel, Wien
  • Ärztlicher Leiter Rettungsdienst des Landes Tirol: Dr. Adolf Schinnerl, Kufstein

HINTERGRUND

 
Der plötzliche Herztod gilt in der westlichen Welt als dritthäufigste Todesursache. Statistisch betrachtet erleidet jeder zehnte Mensch einen außerklinischen Herzstillstand. Von den 12.000 Österreicherinnen und Österreichern, die im Laufe eines Jahres einen plötzlichen Herzstillstand erleiden, versterben etwa 10.000. In mehr als 60 Prozent wird ein Herzstillstand von Laien beobachtet. Wenn Laien sofort mit der Herzdruckmassage beginnen, verdreifacht sich die Überlebensrate. Mehr als 1.000 Menschen könnten also zusätzlich gerettet werden, wenn Anwesende sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen. Der Rettungsdienst kommt im Durchschnitt nach frühestens acht bis elf Minuten, Gehirnzellen sterben jedoch bereits nach drei bis fünf Minuten.
Der zentrale und nachhaltige Schlüssel zur Erhöhung der Ersthelferrate ist nachgewiesenermaßen der verpflichtende Schulunterricht in Wiederbelebung, am besten noch vor der Pubertät.

In skandinavischen Ländern ist Wiederbelebung seit 15 und mehr Jahren im Lehrplan der Grundschulen verankert - dort liegt die Ersthelferrate bei 60 bis 80 Prozent. Auch in Italien, Portugal, Belgien, Dänemark und Frankreich bestehen gesetzliche Vorgaben für den Reanimationsunterricht in Schulen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt seit 2015 die KIDS SAVE LIVES Initiative.
Beispielgebend für Österreich ist das Wiener Pionierprojekt „Ich kann Leben retten!“ vom Verein PULS. Hier werden pro Schuljahr gesamt 30.000 Kinder der 3. und 6. Schulstufe in Wiederbelebung geschult.
Wir verwenden Cookies um Nutzung und Präferenzen der Besucher auszuwerten. Datenschutzrichtlinien   OK