Menü
Line

Hochtour in Zahlen

Im vergangenen Sommer - Zeitraum: 01.11.2016 bis 31.10.2017 - sind bei 8 Unfällen insgesamt 13 Alpinisten ums Leben gekommen - alles Männer. Bei einem tragischen Massenunfall in Österreichs Bergen starben letztes Jahr (27.08.2017) 6 Personen durch einen Seilschaftssturz, so viele wie auf Hochtouren im Durchschnitt innerhalb eines ganzen Jahres.

Im betrachteten Zeitraum gab es 65 Unfälle bei Hochtouren mit 119 Verunfallten, mit nebst den 13 Todesopfern auch 52 Verletzte und 54 Unverletzte. Die tödlichen Unfälle, ereigneten sich in Österreichs klassischen Hochtourenregionen, wie den Zillertaler Alpen, dem Großglocknergebiet, der Großvenedigergruppe und dem Silvrettagebiet.

Meist bleibt es unklar, was zu den Unfällen führte. Wird jedoch ein Seilpartner mitgerissen, gibt es oft keine Überlebenden. Um Mitreißunfälle zu vermeiden, ist es wichtig, stets abzuwägen, ob das Gelände ein gemeinsames Gehen am Seil ohne Sicherungspunkte erlaubt oder nicht. Wichtig ist auch die Seilhandhabung. Damit ein Ausrutscher oder ein Stolpern des Seilpartners aufgefangen werden kann, ist eine kurze Anseildistanz erforderlich. Ist diese zu lang, dann ist es kaum mehr möglich, den Sturz des Seilpartners aufzuhalten (Quelle: Die Alpen, SAC 06/2017, Bergunfälle 2016).

Der Anteil der Österreicher bei den Verunfallten auf Hochtour liegt im Betrachtungszeitraum mit 37 % etwas unter dem 10-Jahresmittel mit 40 %. Der Anteil der Hochtourengeher aus Deutschland liegt bei 38 % (Mittel 10 Jahre: 35 %). Ein Viertel entfallen auf andere europäische Länder. Eine wirkungsvolle Prävention kann deshalb nicht auf Österreich beschränkt werden, sondern sollte auch in den Ursprungsländern der Verunfallten geleistet werden.

Gleiches haben die Schweizer Bruno Hasler und Kurt Winkler im Magazin bergundsteigen (#96 und 98) festgestellt und die Frage der korrekten Ausbildung und Anwendung des „Kurzen Seils“ thematisiert. Alpine Vereine im In- und Ausland haben zum Teil darauf reagiert und über die (nicht-) Ausbildung des „Kurzen Seils“ diskutiert. Soll dies weiterhin den Bergführern vorbehalten bleiben?

Die Thematik des Kurzen Seils und seine Ausbildung sind also noch längst nicht abgeschlossen. Hoffen wir, dass möglichst viele Alpinisten zur richtigen Zeit die richtige Entscheidung für die richtige Seiltechnik treffen- und diese dann auch korrekt anwenden.



Weiter nützliche Links:

Abo analyse:berg jahrbuch Sommer oder Winter

Bestellungen Alpin-Fibelreihe: Erste Hilfe Fibel, Sportklettern, Klettersteig u. a.

Informationen zum Thema Längenänderung Seil.
 

Stand: 16.07.2018 - Foto News und Seite: © Stefan Pöder
Wir verwenden Cookies um Nutzung und Präferenzen der Besucher auszuwerten. Datenschutzrichtlinien   OK