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JA zum Helm

Stellungnahme des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit und des Österreichischen Skiverbands zur anhaltenden Diskussion zum Thema „Helmpflicht – ja oder nein“

 

Helmpflicht für Kinder beim Skifahren und Snowboarden? 


Grundsätzlich empfehlen wir allen Schneesportlern das Tragen eines Helmes. Insbesondere Kinder, bei denen das Risiko einer Kopfverletzung höher ist als bei Erwachsen, sollten nicht auf einen passenden Skihelm verzichten. Wir sind allerdings der Meinung, dass es die Aufgabe der Eltern ist, ihre Kinder bestmöglich zu schützen. 

Der ÖSV und das Kuratorium für Alpine Sicherheit sind generell der Ansicht, dass auf der Piste die Eigenverantwortung der Schneesportler gefordert ist. Eine gesetzliche Maßnahme, die das Helmtragen verpflichtend vorsieht, halten wir nicht für zielführend. Der Skisport ist seit jeher mit dem Gefühl von Freiheit verbunden und sollte nicht in ein Korsett von gesetzlichen Vorschriften gezwängt werden. Polizei, Strafen und Sanktionen dürfen nicht mit dem Schneesport in Verbindung gebracht werden. 

Das Tragen eines Helms boomt insbesondere bei Kindern und Jugendlichen - ein Trend, der sich nach Meinung von Sportartikelindustrie und Handel weiterhin fortsetzen wird. In Anbetracht der steigenden Akzeptanz und Helmtragequote besteht unserer Ansicht nach keine Veranlassung für ein Helmgesetz. Ganz im Gegenteil: Eine Maßnahme des Gesetzgebers in diesem Bereich würde wohl – insbesondere bei Jugendlichen – auf wenig Verständnis stoßen und den Trend zum „coolen Kopfschutz“ negativ beeinflussen. Entsprechende Informationen und Imagekampagnen werden wesentlich aufmerksamer wahrgenommen und verstärken das Bewusstsein der Eigenverantwortung.

 

Helmtragen ist cool und sicher


Wir möchten mit Argumenten überzeugen, nicht mit dem Gesetz, sodass es künftig eine Selbstverständlichkeit sein kann, beim Skifahren einen Helm zu tragen. 

Es ist wichtig festzuhalten, dass einer Repräsentativerhebung des Instituts für Sportwissenschaften der Universität Innsbruck zufolge nur 12% der Verletzungen bei Männern und 8% der Verletzungen bei Frauen den Kopf betreffen. 26% zu 9% sind Schulter- und Rückenverletzungen, 24% zu 57(!)% sind Knieverletzungen. 

Die Zahl der Skiverletzungen insgesamt ist in den letzten 10 Jahren um rund 20% zurückgegangen. Entgegen den Annahmen hat die Verbreitung des Carvingskis zu einer deutlichen Verringerung des Risikos beim Skifahren beigetragen. 

Trotz der hohen Frequenz auf Österreichs Pisten (ca. 10 Mio. Schneesportler im Jahr) ist der Anteil der Kollisionsunfälle im Vergleich zur Gesamtunfallzahl mit rund 10% relativ unbedeutend. Häufigste Unfallursache ist nach wie vor der selbstverschuldete Einzelsturz mit 87%. Gerade aber die – wenn auch wenigen – Kollisionsunfälle können für den Kopfbereich besonders gefährlich sein und wie zuletzt leider schwerwiegende Folgen haben. Generell ließe sich mit Helm ein Großteil aller Kopfverletzungen im Schneesport vermeiden. Ein Helm ist notwendig, ein Gesetz nicht. 
 
Dr. Karl Gabl 
Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit

Prof. Peter Schröcksnadel 
Österreichischer Skiverband 
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