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Unterwegs auf (Ski-)Tour - Unfallzahlen

Unterwegs auf (Ski-)Tour - Unfallzahlen

Unterwegs zu sein auf (Ski-)Tour ist voll im Trend; Und dies nicht nur im „Corona-Winter“ 2020/21. Seit Jahren ist ein merklicher Boom im Bereich abseits der Pisten, im sog. freien Gelände, zu beobachten. Skitour“ wird hier als Überbegriff verwendet und umfasst neben den Ski-Hochtouren und Skitouren auch Touren mit Schneeschuhen, Snowboard, Telemarkski und anderen „sonstigen“ Schneesportgeräten.

Im Zeitraum 01.11.2020 bis 14.03.2021 verunglückten 12 Personen (10 Männer und 2 Frauen) tödlich auf einer Skitour, davon kamen 8 Personen durch eine Lawine ums Leben. Im Zehnjahresmittel (01.11.2011 bis 31.10.2020 ) sterben durchschnittlich 21 Alpinisten jährlich auf einer (Ski-)Tour. Insgesamt verunfallten (das sind Tote, Verletzte, Unverletzte) im heurigen Winter 2020/21 (bis 14.03.2021) 468 Tourengeher, davon sind 64 % Männer und 36 % Frauen.

Im Winter 2020/21 sowie auch in den Vorjahren stellen Stürze (67 %) mehr als die Hälfte der Hauptunfallursache der Verletzten dar, gefolgt von Lawine (7 %), Aufprall gegen Hindernisse
(4 %), Kollision (3 %) und der Rest verteilt sich auf andere Ursachen und Sonstiges.

Bei den Todesopfern sieht im betrachteten Zeitraum 2020/21 die Verteilung wie folgt aus: 8 Tote durch Lawinen, 3 Todesopfer durch Herz-Kreislauf-Versagen und ein Opfer kam durch Spaltensturz ums Leben.

Durch eine entsprechende Tourenvorbereitung und Planung, sowie einer fundierten Ausbildung können die meisten Unfälle vermieden werden. Die Angebote des Österreichischen Bergsportführerverbandes, sowie von alpinen Vereinen eignen sich hervorragend dazu. Der Lawinenreport oder Lawinenlagebericht im Vorfeld einer Tour gehört zum Standard. Wichtig ist, dass dies nicht nur beim klassischen Skibergsteigen gemacht wird, sondern bei allen alpinen Unternehmungen mit winterlichen Verhältnisse, wie z.B. Schneeschuhwandern, Winterwandern, Freeridern/ Variantenfahren.
Neben der Lawinengefahr (latente Gleitschneegefahr, v. a. in schneereichen Regionen) sind weitere ALPINE GEFAHREN zu beachten:
  • Sturzgefahr in „spaltenartige“ Gleitschneemäuler (Überdeckung durch Neuschnee!)
  • Gefahr durch Spaltensturz (Achtung: Windverfrachtungen können in hochalpinen Gebieten zu unterschiedlichen Schneeüberdeckungen führen, auch in den vermeintlich schneereichen Regionen! >>> Gletscherausrüstung!)
  • Querung von Schneebrücken über Bachläufe oder Einbrechen in Dolinen u.a. Hohlräume (bei wasserführenden Bächen besteht Erstickungsgefahr)
  • Gefahr durch Wechtenbruch 
  • Absturzgefahr auf harten vereisten Schneeoberfläche (Skitour: rechtzeitiger Wechsel auf Harscheisen oder Steigeisen (und Pickel)
Empfehlungen des ÖKAS für Unternehmungen auf (Ski-)Tour:
  • Aktuelle Informationen einholen: Lawinenreport und Wetterbericht
  • Tourenvorbereitung und Planung bzw. Anpassung der Route (Alternativroute; Tourenselektion)
  • Zeitig im Frühjahr unterwegs sein (tageszeitliche Erwärmung der Schneedecke!)
  • Ausrüstung entsprechend den Anforderungen der Tour und dem Eigenkönnen anpassen (z.B. Steigeisen, Harscheisen, Gletscherausrüstung, etc.)
  • Professionelle Begleitung durch Führer des Österreichischen Bergsportführerverbandes oder Kursangebote eines alpinen Vereins in Anspruch nehmen.

Publikationen:

Gut gerüstet ins freie Gelände mit dem Wissen der rucksacktauglichen Erste Hilfe, Skitouren und Lawinen Fibel des ÖKAS — drei „MUST HAVE“ für alle Winter-Outdoor-Enthusiasten.

Die Alpinfibeln des ÖKAS für Erste Hilfe, Lawine und Skitouren u.a. können bestellt werden unter: www.alpinesicherheit.at/de/fibeln/ 
 
Abo Magazin analyse:berg — jahrbuch Sommer oder Winter bestellen unter: www.alpinesicherheit.at/de/analyse-berg-abo/
Stand: 16.03.2021 - Fotos News & Seite: © Regina Sterr
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